Erbe

Aktualisiert am Juni 26th, 2017

Nach § 1922 BGB wird als Erbe bezeichnet, auf wen das Vermögen des Erblassers (Errichter des Testamentes) bei dessen Ableben übergeht.

 Erbfähig, d. h. als Erben können natürliche Personen (Menschen jedes Alters) eingesetzt werden, als auch Vereine oder Unternehmen. Es kann auch die Leibesfrucht (Fötus) als Erbe benannt werden. Nach dem Gesetz ist das beim Tod des Erblassers schon gezeugte aber noch nicht geborene Kind erst Erbe, wenn es lebend geboren wurde. 

Grundsätzlich nicht erbfähig sind Tiere. Ein Testament, welches z.B. ein Haustier als Erbe einsetzt ist unwirksam.

Es ist nur möglich, eine Person als Erben einzusetzen und dieser dann zur Auflage zu machen, sich um das Haustier zu kümmern und es zu versorgen. Man kann noch genau festlegen wie dies geschehen soll. Zur Kontrolle, dass die Auflage auch vom Erben erfüllt wird, sollte ein Testamentsvollstrecker bestimmt werden. Dieser hat dann bei Nicht- oder Schlechterfüllung der Auflage durch den Erben das Recht, die Erfüllung der Auflage zu verlangen.

 Das Gesetz kennt verschiedene Erbtypen.

Diese sind:

  • Alleinerbe
  • Miterbe
  • Ersatzerbe
  • Vorerbe und Nacherbe.

Oft wird bei der Testamentserrichtung mit Begriffen gearbeitet, die juristisch eine andere Bedeutung haben, als im allgemeinen Sprachgebrauch.

Dadurch kann es geschehen, dass das Testament eine ganz andere Bedeutung bekommt, als sich der Erblasser das wünschte. Es wird natürlich bei der Auslegung eines Testamentes immer versucht herauszufinden, was der Erblasser ausdrücken wollte.

Doch ist der tatsächliche Wille des Erblassers im Nachhinein meist schwer zu bestimmen und es besteht somit die Gefahr, der Falschauslegung.

Deshalb ist es immer anzuraten, eine fachkundige Stelle (z. B. Rechtsanwalt) bei der Testamentserrichtung zu Rate zu ziehen.

Bei der Bestimmung des Erben ist es gesetzlich nicht vorgeschrieben, dass dieser namentlich genannt wird. Doch sollte die Bestimmung des Erben durch andere eindeutig möglich sein, da es sonst wieder zu Falschinterpretationen kommen könnte.

Am sichersten ist es daher, den Namen, das Geburtsdatum, den Wohnort und die Stellung zum Erblasser zu nennen. Bei der Auslegung des Testamentes gilt der Grundsatz, dass vom Zeitpunkt der Errichtung auszugehen ist.

Wenn also der Erblasser in seinem Testament bestimmt, seine Lebensgefährtin solle alles erben, er nennt aber deren Namen nicht und auch sonst keine Individualisierungsmerkmale und er hatte zum Zeitpunkt seines Todes eine andere Lebensgefährtin wie zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung, so wird vermutet, dass er die Lebensgefährtin meinte, mit der er zum Zeitpunkt der Errichtung des Testamentes liiert war.

Es ist jedoch gesetzlich nicht möglich, alternative Erben im Testament einzusetzen, d. h. wenn der Erblasser bestimmt, dass entweder Person A oder Person B erben soll.

Dann wäre diese Regelung ungültig, da der Erblasser es einer dritten Person überlassen würde, wer den Nachlass erben soll. Die Bestimmungen müssen eindeutig sein.

Es können auch mehrere Erben in einem Testament eingesetzt werden. Sind mehrere Erben eingesetzt, so erben sie den Nachlass als Miterbengemeinschaft, d. h. alle erben zusammen alles.

Die Miterbengemeinschaft muss dann die Auseinandersetzung anstreben und durchführen. Der Erblasser kann jedoch bestimmen, wer welchen Anteil oder wer welche Gegenstände aus dem Nachlass bekommen soll.