Patientenverfügung

Die Patientenverfügung, auch Patiententestament genannt, ist eine Formulierung der Wünsche des Errichters, ob und welche ärztlichen Maßnahmen in bestimmten Situationen durchgeführt oder unterlassen werden sollen.

Der medizinische Fortschritt im Bereich der Reanimation und Intensivmedizin in den letzten Jahren ermöglicht eine enorme Lebensverlängerung von unheilbar kranken Menschen. Fast alle lebensnotwendigen Maßnahmen können durch Maschinen ersetzt oder gesteuert werden.

Es kann heutzutage auch durch Operationen eine Verlängerung des Lebens eines todkranken Menschen um einige Wochen erreicht werden. Die Kehrseite hiervon ist jedoch, dass immer mehr versucht wird, das Leben künstlich zu verlängern, obwohl für den Patienten keine Lebensqualität mehr vorhanden ist. Die medizinische Technik und die Möglichkeiten stehen schon lange im Widerspruch zum Anspruch auf einen würdigen Tod.

Jedoch haben sich die Ärzte nach dem geäußerten oder mutmaßlichen Willen des Patienten zu richten.

Ist der Patient nicht mehr in der Lage, seinen Willen zu äußern, weil er bewusstlos oder urteilsunfähig ist, so muss nach dem mutmaßlichen Willen des Patienten gefragt werden. Dieser Wille kann in einer Patientenverfügung formuliert werden.

Meist wird eine Patientenverfügung errichtet, um einer künstlichen Lebenserhaltung zu widersprechen. Jedoch ist es auch möglich, den Wunsch zu äußern, dass der Verfügende so lange wie möglich am Leben erhalten werden möchte, auch wenn er sich in einem dauernden vegetativen Zustand befindet.

Wenn lebenserhaltende Maßnahmen nicht gewünscht werden, so sollte dies ausdrücklich in der Patientenverfügung formuliert werden.

Häufig wird darin aufgenommen, dass zwei voneinander unabhängige Fachärzte Prognosen über den Zustand des Verfügenden abgeben sollen. Sind die Prognosen übereinstimmend, dass der Verfügende sich aller Wahrscheinlichkeit nach in einem unmittelbaren und nicht aufzuhaltenden Sterbeprozess oder er sich im Endstadium einer unheilbaren tödlichen Krankheit befindet, ohne dass ein Todeszeitpunkt abzusehen ist oder das Gehirn des Verfügenden so stark und unwiderruflich geschädigt ist, dass er keinen eigenen Willen mehr bilden oder zu anderen Personen mehr Kontakt aufnehmen kann, so soll auf intensivmedizinische Maßnahmen zur Lebensverlängerung oder -aufrechterhaltung verzichtet werden.

Es sollte auch aufgenommen werden, dass der Verfügende keine lebenserhaltenden Medikamente erhalten möchte, keine künstliche Beatmung durchgeführt werden soll und auf die künstliche Ernährung verzichtet werden soll.

Er jedoch eine fachgerechte Pflege wünscht, damit es ihm so angenehm wie möglich gemacht wird. Auch soll auf die Gabe von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten nicht verzichtet werden, so dass der Verfügende keine Schmerzen erleiden oder größere Belastungen dulden muss.

Auf die Gabe dieser Medikamente soll auch nicht verzichtet werden, wenn sie das Leben verkürzen oder den Tod beschleunigen.

Weiter sollte eine Entbindung des Pflege- und Ärztepersonals von der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber bestimmten Personen formuliert werden.