Erbrecht und Auslandsbezug

Das internationale Privatrecht (IPR) regelt, welche Rechtsfolgen in Erbfällen mit Auslandsberührungen haben. In diesem Falle treffen Erbrechte verschiedener Staaten aufeinander. Die Lösung dieser Fälle ist häufig schwierig und ohne fachlichen rat kaum lösbar.

In Deutschland lautet der Grundsatz:  

im Erbfall gilt das Recht des Landes, dessen Staatsangehörigkeit der Verstorbene hatte.

So wird ein Deutscher folglich nach deutschem Recht beerbt, ein Ausländer nach dem Recht des Landes, dem er zum Todeszeitpunkt angehörte.

Wer also mit einem Ausländer verheiratet ist, sollte wissen, dass bei dessen Tod, selbst wenn die Eheleute in Deutschland gelebt haben, das Erbrecht seines Heimatlandes gilt.

Gleichzeitig gibt es allerdings auch Staaten, in denen nicht die Staatsangehörigkeit des Verstorbenen entscheidet, sondern sein letzter Wohnsitz. Darüber hinaus gibt es auch Staaten, in denen der Grundsatz gilt, dass Grundstücke immer nur nach dem Recht des Landes beerbt werden können, in dem sie sich befinden.

All dies führt zu häufig erheblichen Problemen bei der Bestimmung des geltenden Erbrechts, häufig folgt hieraus auch eine Nachlassspaltung.

In Fällen mit Auslandsberührung ist grundsätzlich empfehlenswert, bei der Planung des Nachlasses einen Rechtsanwalt oder Rechtskundigen des jeweils in Frage kommenden ausländischen Rechts zu konsultieren.