Erbschaftssteuer

Aktualisiert am Juni 22nd, 2017

Der Bedachte muss die Zuwendung, Erbteil, Vermächtnis, Pflichtteil und Schenkung auf den Todesfall, die auf ihn übergeht versteuern. Versteuert werden müssen auch Schenkungen unter Lebenden, Zweckzuwendungen und das Vermögen einer Familienstiftung (dieses alle 30 Jahre erneut).

Da die Erbschaftsteuer umgangen werden könnte, wenn der Erblasser sein ganzes Vermögen zu Lebzeiten verschenken würde, sind auch Schenkungen steuerpflichtig.

Abzugsfähig bezüglich des Wertes der Zuwendung sind die Erblasserschulden, Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen, Pflichtteilsansprüchen und Auflagen, sowie die Bestattungskosten, Kosten für Abwicklung, Regelung, Verteilung und Erlangung.

Für die erbschaftssteuerliche Bewertung der Zuwendung gelten je nach Art der Zuwendung verschiedene Bewertungsgrundsätze.

Geldzuwendungen werden mit dem Nennbetrag angesetzt und bewertet. Bei Fonds, Aktien oder sonstigen Wertpapieren gilt der Kurswert zum Zeitpunkt des Todes- oder Schenkungstages.

Bei der Bewertung von Grundstücken sind diese bisher nach den sogenannten Bodenrichtwerten veranschlagt worden. Die Bodenrichtwerte wurden von Gutachterausschüssen der Gemeinden oder Kreise festgelegt.

Dadurch wurde z.B. bei bebauten Grundstücken eine Bewertung festgesetzt, die wertmäßig 50 % unter dem Verkehrswert des Grundstückes liegt.

Das Bundesverfassungsgericht hatte festgestellt, dass die Erhebung von Erbschaftsteuer nach den bisherigen Bewertungsgrundsätzen gegen das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes verstößt, da bei Grundvermögen, Betriebsvermögen, Anteilen an Kapitalgesellschaften und Land- und Forstbetrieben zur Ermittlung der Erbschaftssteuer nicht der Marktwert herangezogen wurde, bei anderen Vermögenswerten wie Barvermögen und Aktien dagegen schon.

Der so bestehende Missstand wurde durch eine Änderung des Erbschaftsteuerrechtes beseitigt.  

Ist die Zuwendung bewertet und die abziehbaren Verbindlichkeit in Abzug gebracht worden, so ergibt sich hieraus der zu versteuernde Vermögenszuwachs.

Doch gelten gewisse Freibeträge für die beschenkte oder bedachte Person, je nach Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser / Schenker. Durch die Erbschaftsteuerreform sollen diese Freibeträge angehoben werden.

Freibeträge

Steuerverpflichtete

Freibetrag nach geltendem Recht

Freibetrag nach Reform

Ehepartner

307.000,– €

500.000,– €

eingetr. gleichgeschl. Lebenspartner

5.200,– €

500.000,– €

Kinder

205.000,– €

400.000,– €

Enkel

51.200,– €

200.000,– €

Großeltern, Eltern

51.200,– €

100.000,– €

Geschwister, Neffen, Nichten

10.300,– €

20.000,– €

sonstige Erben

5.200,– €

20.000,– €

 

Die Erbschafts- und Schenkungssteuer wird von den Finanzämtern erhoben. Der Steuerpflichtige hat dem Finanzamt gegenüber gewisse Auskunfts- und Anzeigepflichten, damit dieses den zu versteuernden Betrag festsetzen kann.

Bei Vererbung oder Schenkung von Gewerbebetrieben oder Land- und Forstbetrieben ist auf Antrag eine Stundung der Steuerschuld möglich, wenn dies zum Erhalt des Betriebes notwendig ist.

Durch die Erbschaftssteuerreform soll es Änderungen bei der Steuerpflichtigkeit von Häuser und Wohnungen, sowie Betrieben geben.

Steuerfrei vererbt und verschenkt werden können dann Häuser und Wohnungen an Kinder, Ehepartner oder eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner, wenn diese 10 Jahre darin selbst wohnen.

Bei Kindern als Erben oder Beschenkte gibt es die Beschränkung, dass die Steuerfreiheit nur gilt, wenn die Wohnfläche 200 qm nicht übersteigt.

Bei der Vererbung oder Verschenkung eines Unternehmens soll es zukünftig für den Begünstigten zwei verschieden Erbschaftssteuermodelle geben. Unter diesen darf er sich eines aussuchen, nachdem er besteuert wird, jedoch ist diese Wahl zwingen und kann nicht im Nachhinein verändert werden.

Steuermodell 1 sieht vor, dass der Betrieb 7 Jahre fortgeführt wird. Darüber hinaus muss die Lohnsumme nach 7 Jahren 650 % der Lohnsumme zum Erb- oder Schenkzeitpunkt und der Verwaltungsvermögensanteil am Betriebsvermögen darf höchstens 50 % betragen. Dann sind 85 % des vererbten Betriebsvermögens steuerfrei, nur 15 % müssen versteuert werden.

Nach dem Steuermodell 2 besteht komplette Steuerbefreiung, wenn der Betrieb 10 Jahre vom Bedachten fortgeführt wir und die Lohnsumme nach 10 Jahren nicht weniger als 1000 % der Lohnsumme zum Erb- oder Schenkzeitpunkt beträgt, sowie der Verwaltungsvermögensanteil am Betriebsvermögen höchstens 10 % darstellt.

Die Steuererleichterung bzw. komplette Steuerbefreiung sollen Anreiz dazu geben, dass der Begünstigte den Betrieb unverändert fortführt, d. h. vor Allem, dass er die Arbeitsplätze erhält.