Erbunwürdigkeit

Aktualisiert am Juni 26th, 2017

Die gesetzlichen oder per Testament eingesetzten Erben verlieren das Recht zu erben, wenn sie erbunwürdig werden.

§ 2339 BGB nennt abschließend die Gründe, die die Erbunwürdigkeit auslösen.

Hiernach wird erbunwürdig, wer den Erblasser vorsätzlich widerrechtlich getötet hat oder versucht hat diesen zu töten oder ihn in einen Zustand versetzt hat, der es ihm unmöglich macht eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder aufzuheben.

Weitere Erbunwürdigkeitsgründe sind die vorsätzliche Verhinderung der Errichtung oder Änderung einer Verfügung von Todes wegen durch den Erblasser, diesen durch arglistige Täuschung oder widerrechtlicher Drohung daran hindert eine Verfügung von Todes wegen zu errichten oder zu ändern oder wenn sich derjenige in Bezug auf die Verfügung von Todes wegen der Urkundenfälschung, mittelbaren Falschbeurkundung oder Urkundenunterdrückung strafbar macht.

Die genannten Gründe sind gesetzlich festgelegt und nicht erweiterbar.

Die Erbunwürdigkeit tritt nicht automatisch ein, sie muss von einem Anfechtungsberechtigten nach § 2342 BGB durch Anfechtungsklage geltend gemacht werden. Die Klage muss innerhalb eines Jahres nach Kenntnis des Anfechtungsgrundes und der Möglichkeit seiner Beweisbarkeit erhoben werden.

Anfechtungsberechtigt ist nach § 2341 BGB jeder, dem der Wegfall des Erbunwürdigen zumindest mittelbar zugute kommen würde.

Verzeiht der Erblasser dem Pflichtteilsberechtigten seine Verfehlungen, so wird die Erbunwürdigkeit unwirksam. Verzeihen bedeutet, dass der Erblasser in Kenntnis aller Umstände beschließt, dem Erbunwürdigen seine Tat nicht nachteilig anzulasten. Dieser Entschluss kann sich auch aus dem Verhalten des Erblassers ergeben.

Auch die vom Erblasser mit einem Vermächtnis bedachten Begünstigten oder Pflichtteilsberechtigte können erbunwürdig werden.

Die Erbunwürdigkeitsgründe sind hierbei die selben wie bei der Erbunwürdigkeit eines gesetzlichen oder testamentarisch eingesetzten Erben.