Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge tritt ein, soweit der Erblasser nicht durch Testament oder Erbvertrag über sein Vermögen für die Zeit nach seinem Ableben verfügt hat. Die „gewillkürte“ Erbfolge durch Verfügung von Todes wegen hat also Vorrang vor der gesetzliche Erbfolge.

Aus erbrechtlicher Sicht lautet daher die wichtigste Frage nach dem Tod einer Person: existiert ein Testament?

Nur wenn ein solches nicht existiert, ist das individuelle Erbrecht nach dem Gesetz zu ermitteln.

Das gesetzliche Erbrecht unterstellt, dass es Wunsch des Erblassers ist, das Vermögen in der Familie zu halten. Von dem besonderen Erbrecht des Ehegatten abgesehen sind deshalb allein Verwandte des Erblassers erbberechtigt, d.h. Menschen, die gemeinsame Vorfahren mit dem Erblasser haben.

Neben den Abkömmlingen des Erblassers sind es auch seine Eltern und deren Abkömmlinge, die Großeltern und ihre Abkömmlinge, sowie die Urgroßeltern und ihre Abkömmlinge, usw.

Nähere Verwandte schließen Entferntere von der Erbschaft aus. In der gesetzlichen Erbfolge nicht bedacht werden Stief- und Pflegekinder, Verschwägerte, sowie Lebensgefährten, die nicht mit dem Erblasser verheiratet waren.

Die Grundsätze der gesetzlichen Erbfolge sind in den §§ 1922 bis 1936 BGB geregelt.